Sport in Esch, letzte Chance vorbei?

“Communiqué de presse” vun der CSV Esch

Die Stadt Esch ist die zweitgrösste Stadt Luxemburgs, aber in Sachen Angebot und Funktionalität der Sportinfrastrukturen hinkt die Minettmetropole den meisten Ortschaften weit hinterher.

Über 40 Sportvereine müssen sich 2 Sporthallen, 2 veraltete Fussballstadien und 2 Schwimmbäder teilen, wobei nur Spezialisten von den letztgenannten Infrastrukturen profitieren können.

Bei den Sporthallen und den Fussballstadien besteht akuter Handlungsbedarf für eine Gemeinde von über 30.000 Einwohnern, aber die vorherige und die aktuelle Koalition scheint dies nicht sonderlich zu interessieren.

Die Stadt Esch möchte in allen Bereichen für die Zukunft gerüstet sein, aber nur im Sport scheint dies nicht der Fall zu sein, denn zum Beispiel die beiden Sporthallen „Henri Schmitz“ entsprechen schon seit Jahren nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Die Konsequenzen aus diesem Hinhalten der Escher Sportvereine werden immer ersichtlicher. Die Stadt Düdelingen hat Esch als Sportmetropole längst abgelöst und andere Städte laufen Esch mit neuen und moderneren Sportinfrastrukturen den Rang ab.

Wenn doch mal ein Escher Sportverein einen Titel erringt, wie der Handball Esch gegen Käerjhéng (25-24) im Luxemburger Handballpokal, dann findet sich kein Gemeindeverantwortlicher, der diesem Finale in der Coque beiwohnt.

Warum ist es in Esch nicht möglich einen „Parc des sports“ wie in Differdingen oder einen Sportkomplex wie den „Käerjhénger Dribbel“ zu bauen?

Das Ziel einer Stadt wie Esch muss es doch sein, Sportstadt Nummer 1 im Süden oder sogar in Luxemburg zu werden und zu bleiben.

Mit neuen, modernen und funktionellen Sportinfrastrukturen könnte die Gemeinde Esch seinen Sportvereinen deutlich mehr und bessere Trainingsmöglichkeiten bieten und somit auch verhindern, dass Escher Sportler in naheliegende Vereine anderer Ortschaften wechseln.

Die Zahl der Schulkinder ist in den letzten Jahren von 3700 auf 4700 gestiegen und deshalb würde der Bau einer neuen Sporthalle auch die Bedürfnisse von Schulklassen erfüllen, denn manche Schulen wie die Brouch Schule oder auch noch die Lallinger Grundschule besitzen noch Infrastrukturen, die längst nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügen.

Die Kinder sind die Zukunft der Stadt Esch und aus diesem Grund muss man dem Nachwuchs Sportmöglichkeiten bieten, damit sich die Kinder optimal entwickeln können, sowohl auf koordinativer, sozialer und integrativer Ebene.

Ein breiteres Sportangebot würde sich auf jeden Fall auch positiv auf die Integration ausländischer Jugendlicher auswirken und auch zum Teil ein Herumstreunen von perspektivlosen Heranwachsenden unterschiedlicher Kulturen eingrenzen.

Das Escher Sportförderprogramm könnte mit entsprechenden Sportstätten noch weiter ausgebaut werden und die Kinder, die Jugendlichen und älteren Mitmenschen anregen sich noch mehr zu bewegen.

Die Stadt Esch hätte die Möglichkeit eine Vorreiterrolle bei Kampagnen des Sportministeriums wie „Lëtz Move“ einzunehmen und könnte Kindern und Jugendlichen unterstützen, die nicht unbedingt die besten Voraussetzungen haben, sich regelmässig zu bewegen und sich in einer Aktivität, sowohl sportlich wie auch menschlich weiter zu entwickeln.

Ausserdem könnten weitere Sportinfrastrukturen in Esch dem Behindertensport eine neue Anlaufstelle bieten, die dieser bis jetzt noch überhaupt nicht besitzt.

Die Verantwortlichen der Stadt Esch müssten sich auch endlich zu einem gemeinsamen Konzept für die Fussballvereine Jeunesse Esch und Fola Esch durchringen.

Die Stadt Esch, die mit zwei Vereinen in der höchsten Luxemburger Spielklasse vertreten ist, spielt aber in punkto Komfort und Funktionalität (Tribünen, sanitäre Anlagen) ihrer Fussballstadien in der untersten Liga.

Auch dem Hobbysportler, der sich z.B. auf dem Fitnessparcours des Galgenbergs fit halten möchte, präsentiert sich ein Bild des Schreckens. Die übriggebliebenen Infrastrukturen des Fitnessparcours sind nicht mehr zu gebrauchen und könnten einfach entfernt oder eben erneuert werden.

Eine klamme Stadt wie Esch muss doch in der Lage sein, ihren Bürgern adäquate Sportinfrastrukturen zur Verfügung zu stellen, wie zum Beispiel mit Hilfe von Public Private Partnership (PPP) / Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP), einer Mobilisierung privaten Kapitals und Fachwissens zur Erfüllung staatlicher Aufgaben.

Zudem könnte die Stadt Esch ihren freiwilligen Betreuern, Jugendleitern, Trainern und Eltern, die mit viel Einsatz und Idealismus den Escher Sport unterstützen, entgegenkommen und die Parkproblematik sportfreundlicher gestalten.

Würde man nun die Sportinfrastrukturen in Esch mit Schulnoten bewerten, wären diese mit Sicherheit ungenügend oder die Kompetenz wäre nicht erreicht und man würde dem Schüler empfehlen, sich in Zukunft deutlich mehr anzustrengen.

Sollte es doch noch zu einem Neubau einer Sporthalle und/oder eines modernen Fußballstadions kommen, müssen die Vereinsverantwortlichen dann auch unbedingt in die Planung und Gestaltung solcher Sportstätten mit einbezogen werden.

Georges Mischo (Vize Präsident der CSV Esch)